Mittwoch, März 14, 2007

Gelesenes

Um meinem guten Vorsatz treu zu bleiben hin und wieder auch mal einen Klassiker zu lesen, habe ich mir vor zwei Wochen in der StaBi "Gullivers Reisen" von Jonathan Swift ausgeliehen. Die Wahl selbst war reiner Zufall, ehrlich gesagt bin ich auf der Suche nach einem anderen Buch zufällig daran vorbeigekommen. Aber da ich zwar die Geschichte aus Verfilmungen und auch von einer Kinderkassette, die ich irgendwann von meinem Bruder geerbt haben muss, kannte, das Buch selbst aber nie gelesen habe, habe ich es einfach mal mit mitgenommen.

Beim Lesen musste ich dann feststellen, dass das Originalwerk wesentlich vielschichtiger und umfangreicher als die mir bisher bekannte Version ist. Das Buch ist eine geniale Satire, in der Swift heftige Kritik gegen die Gesellschaft an sich und vor allem auch die verschiedenen, zu seiner Zeit aktuellen, Regierungsformen äußert. Er beschreibt den Adel als faul, degeneriert und genusssüchtig, die Politiker als bestechlich, faul und inkompetent und die Menschheit an sich als kriegstreiberisch und verlogen. Er kritisiert, dass die Frauen auf niedrigem Bildungsstand gehalten und zu Gebärmaschinen gemacht werden und dass die (Aus-)Bildung der Kinder so standesabhängig ist.
Mich hat erstaunt, wie modern Swifts Ansichten auch nach 170 Jahren noch sind, wobei er selbst es vermutlich darauf zurückführen würde, dass wir uns seitdem einfach nicht weiterentwickelt haben.
Ich fand das Buch auf jeden Fall in jeder Hinsicht lesenswert und kann es nur empfehlen (aber halt in der ungekürzten Version).

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