Donnerstag, April 26, 2007

ein kleines bißchen Teddybär

Wer in Hamburg Bahn fährt muß darauf gefaßt sein dort auch mal dem einen oder anderen eher seltsamen Mitmenschen zu begenen. Aber während solche Begegnungen sonst ja leider oft etwas gruselig bzw. nervig sind, war die von heute einfach nur goldig.

Da ich heute Nachmittag noch ein Buch in die Staatsbibliothek zurückbringen mußte, konnte ich ausnahmsweise mal früh bei der Arbeit abgehauen und mich in die U1 schwingen. In der Innenstadt stieg dann ein mittelalter, fröhlich blickender Herr dazu, der einen kleinen Teddybär in der Hand hatte. Wirklich aufgefallen ist er mir eigentlich deswegen, weil sowohl er als auch das Bärchen ein blaugeringeltes T-Shirt anhatten, was in Kombination irgendwie witzig aussah.
Er hat sich dann auch hingesetzt und den kleinen Teddy erstmal hingebungsvoll betrachtet und angestrahlt. Mein erster Geanke war: Hey, da wird sich heute Abend ein Kind sehr freuen, wenn es von ihm das Stofftier überreicht bekommt.
Dann fing der Mann allerdings an, den Bären sehr hingebungsvoll zu knuddeln und ihn an seine Wange zu pressen. Aufgehört hat er damit immer mal wieder kurz, um ihn ein Stück von sich wegzuhalten und ihn inniglich anzustrahlen. Uns allen in dem Waggon war dann sehr schnell klar: dieser kleine Teddybär wird sehr sehr doll geliebt.

Ich muß gestehen, ich konnte gar nicht wegkucken und fand es fast schon schade, daß ich so schnell schon an meiner Station angekommen war. Die beiden haben einfach nur sehr niedlich, friedlich und glücklich miteinander ausgesehen und es hätte mich schon interessiert, wo sie zusammen hinwollten. Vielleicht zu einem kleinen Ausflug?

Erinnert hat mich diese Begegnung an ein Post aus diesem Weblog (http://www.lyssas-lounge.de/peepshow/), das ich vor Jahren gelesen habe; ich bin also nicht die erste, die in den Hamburger öffentlichen Verkehrsmitteln Teddybeknuddler beobachten. Allerdings hoffe ich, daß meiner ein anderer war, denn die Beschreibung des Bärchens paßt leider so gar nicht. Und ich gestehe, ich fände den Gedanken traurig, daß sich der Mann inzwischen einen neuen Teddy gesucht hat.

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