Samstag, September 22, 2007

Und führet mich nicht in Versuchung

Es heißt, der Weg zur Hölle sei gepflastert mit guten Vorsätzen und ich befürchte, dass ein guter Teil davon mir gehört. Dabei nehme ich mir wirklich immer vor durchzuhalten.
Letzte Woche habe ich z.B. endlich beschlossen, dass ich wirklich mal wieder etwas abnehmen muss, wenn ich jemals wieder gut in meine Lieblingsjeans passen will. Prompt finde ich 2 Tage nach dieser Entscheidung eine Riesentüte Schoki in meinem Postfach, die mir eine liebe Kollegin als Dankeschön für meinen Outlook-Support geschickt hat. Und wer bin ich denn, dass ich die ablehne, sie wollte mir doch eine Freude machen? Ich könnte ja nachts nicht mehr schlafen, weil ich ständig ihr enttäuschtes Gesicht vor Augen hätte.

Und auch mein nächster Vorsatz, nämlich erst mal keinen unnützen Kram mehr zu kaufen, wird auch arg von meiner Umwelt attackiert. Hier versucht man mich zu einem kleinen Bummel über den holländischen Stoffmarkt zu überreden, dort werden mir lauter Bücher empfohlen, die irre spannende klingen und die ich spontan furchtbar gerne haben möchte, Burda macht mal eben eine "kaufe 2 und zahl nur ein Schnittmuster"-Aktion und zu guter letzt finde ich dann plötzlich diesen 10 € Schuh-Gutschein in unserem Briefkasten. Und ich liebe Schuhe! Klasse, denke ich also, das ist doch mal ein vernünftiges Angebot. Kauf dir ein paar Schuhe, dann kannst du 10 € sparen und die für was Nettes ausgeben, z.B. für eins der gewünschten Bücher, oder die "American Dreamz"-DVD, um die du die ganze Zeit rumschleichst.
Während ich dann also dastehe und glücklich darüber sinniere, wie ich meine gesparten 10 € am besten auf den Kopf hauen könnte, kommt da leider irgendwann diese kleine, fiese logische Stimme, die besserwisserisch anmerkt, dass ich erstmal gute 90 € ausgeben müsste, um diese 10 € auch zu sparen. Und dass der Spareffekt damit = Null wäre. Und überhaupt, ich wolle doch gar keinen unnützen Kram mehr kaufen. Mein Argument, daß Schuhe per Definition nichts Unnützes sind, wird mit einem radikalen "wenn man mehr als 20 Paar hat schon" beiseite gewischt; und so habe ich den Gutschein dann doch erstmal weggetan und mich sehr tapfer und vorbildlich gefühlt.

Mit was man mich wohl als nächstes rumkriegen will?

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