Mittwoch, Oktober 03, 2007

mein ganz persönlicher Wochenendrückblick

(so, jetzt schaffe ich den endlich)

Freitag Abend
Ich telefoniere panisch durch die Gegend um die Verpackung für Jessis und Dirks Hochzeitsgeschenk zu organisieren und bekomme überall nur Absagen. Blöde Lieferanten! Grummle sehr, beschließe dann aber zusammen mit der Baby-Yo-Family einfach die Alternatividee umzusetzen. Geschenk ist fertig, Panik legt sich und meine Laune hebt sich wieder.

Samstag Morgen
Es ist 10.00 Uhr morgens, ich bin allein und verschwinde so langsam mal im Bad um da das zu machen, was Frauen in Bädern halt tun (nein, nicht Putzen sondern das andere: Aufbrezeln). Danach puddel ich dann so lange in der Küche rum, bis mir irgendwann ein Blick auf die Uhr verrät, dass ich mich schleunigst umziehen sollte, wenn ich bei der Feier nicht im Jeans und Pyjamaoberteil rumlaufen will.
Das Anziehen der Korsage erweist sind dann als kleiner Alptraum; das Teil ist nämlich so konzipiert, dass mir jemand helfen muß. Nur leider sitzt meine Hilfe in einem viele Kilometer entfernten Golf und das Problem wird mir auch erst so richtig bewusst, als ich feststecke und das blöde Ding sich keine Zentimeter mehr rührt. Verzweifelt wanke ich mit den Armen rudernd durch die Wohnung, bis es mir
endlich durch halbes Ausrenken der Schultern gelingt das Teil an seinen Platz zu bugsieren. Erleichterung! Nachdem ich nun wieder freies Sichtfeld habe, habe ich einen ungehinderten Blick auf Pookah, die mich beobachtet hat und nun hysterisch lachend auf dem Kratzbaum liegt. Katzen können so unsensibel sein!
Aber weiter geht's! Alle übrigen Dinge, die sich für den Abend als nützlich erweisen könnten, werden in eine Tasche geworfen, das Geschenk kommt oben drauf und dann kommt auch schon der Anruf, dass es losgehen kann.

Samstag Mittag
Bei der Kirche angekommen stellen wir fest, dass wir zu früh sind...viel zu früh. Aber zum Glück sind wir nicht die einzigen und so geht unsere kleine Truppe
einfach noch ins nächste Restaurant um eine Cola zu trinken. So gestärkt geht's dann zurück zur Kirche, wo inzwischen schon eine Menge andere Gäste angekommen sind und zusammen mit uns den coolen alten Dodge bewundern (es war ein Dodge, oder?). Dann treibt uns aber auch schon der Nieselregen in die Kirche, wo wir uns sofort gute Plätze sichern. Der Bräutigam steht vorn und wartet, wie sich das gehört, und dann ertönt die Orgel und verkündet das Erscheinen der Braut. Und die sieht in DEM Kleid wirklich klasse aus (Jessi, ich kann gut verstehen, daß du dieses Kleid sofort als "DAS Kleid" definiert hast). Die Trauung selbst ist sehr schön und persönlich gestaltet und über den Spruch der Pastorin zum Thema Seil und Würgen hätte ich mich wegschmeißen können *g*.

Samstag Nachmittag
Nach der Kirche geht es dann ab zum Lokal. Da mein Frühstück doch etwas kurz gekommen ist, teilt Chris, ganz Kavalier, auf der Fahrt mit mir seinen Snickers um mir die Peinlichkeit zu ersparen bei der Ankunft gleich alles Essbare an mich zu raffen. So gestärkt kann ich dann bei Kaffee auch ganz damenhaft und gesittet ein *hüstel* Stückchen Kuchen knabbern (falls hier jemand mitliest, der mit am Tisch war und mitgezählt hat: ich werde alles abstreiten, jawohl, so gefräßig bin ich nicht).

Samstag Abend
Nach dem Kaffe wird dann ganz ausgiebig gequatscht und sich noch mal für den Abend aufgerüscht. Ich werde nun endgültig eingeschnürt und lasse jeglichen Gedanken an eine ausführliche Völlerei am Abend sausen. Und das ist wirklich ein Jammer, denn das Buffet das irgendwann aufgetragen wird ist wirklich superklasse und wird nur noch von der wirklich supergenialen Hochzeitstorte, die um Mitternacht reingerollt wird, übertroffen. Diese kleinen Miniaturdrachen *quietsch*! :-)
Ansonsten wird natürlich gespielt, getanzt, gequatscht und vor allem ganz viel gelacht und ich kann nur sagen, dass ich sehr viel Spaß hatte und mich freue, dass ich dabei sein konnte.

Um 2.00 Uhr sind wir dann so langsam alle völlig groggy und es beginnt der lange Aufbruch. Netterweise werde ich auch wieder direkt zu Hause abgesetzt, wo ich völlig fertig die Stufen erklimme und nur noch ins Bett fallen will. Da meine An- und Ausziehhilfe nun zwar nicht mehr weit entfernt ist, aber leider schon schläft, beginnt das ganze Korsagendrama vom Vormittag noch mal von vorn. Diesmal allerdings mit einem "Spitzen"-höhepunkt, als sich 5 Nadeln, die ich im Futter vergessen und dann beim Anziehen übersehen haben muß, plötzlich in meinen Rücken bohren. Also wanke ich nicht nur wieder blind und zappelnd durch die Wohnung, sondern schimpfe dabei auch noch wüst vor mich hin und versuche verzweifelt mich von dem pieksenden Ding zu befreien. Irgendwann schaffe ich das auch, strafe die kleine sich göttliche amüsierende Katze mit Nichtachtung und falle dann todmüde ins Bett.

Sonntag Mittag
Nach viel zu wenigen Stunden Schlaf wanke ich in die Küche, trinke einen Tee und versuche irgendwie meinen Körper davon zu überzeugen, daß jetzt wirklich schon Tag ist und er funktionieren muß. Es steht nämlich der verkaufsoffenen Sonntag bei IKEA auf dem Plan und rechtzeitiges Kommen sichert freie Verkäufer (oder wie das schöne Sprichwort auch immer heißt). Leider haben diese Idee auch noch entsetzlich viele andere Menschen, denn als wir um 12.08 Uhr (also 8 Minuten nach Öffnung) auf den Parkplatze fahren, ist dort schon fast alles belegt und die ersten kommen auch schon mit voll beladenen Wagen wieder raus.
Ich denke kurz daran umzukehren, aber dann siegt die Vernunft und so geht es rein in die Höhle des Löwen. Und so schlimm ist es auch gar nicht, auch wenn ich mich teilweise ganz arg zwingen muß keinen der anderen Bersucher über ein ausgestelltes Möbelteil zu schubsen, nur weil sie mir plötzlich vor die Füße springen um da dann abrupt und unwiderruflich stehen zu bleiben, oder mich zur Seite schieben um irgendwas besser ansehen zu können. Aber man ist ja höflich.
Gerettet wird mein Tag vor allem, der Durchsagen-Ansager, der sichtlich gute Laune und dazu einen wunderbar ausgeprägten breiten friesischen Akzent hat. Meine favorisierten Durchsagen sind:
"Falls hier jemand im Laden ein Kind vermißt: im Eingangsbereich krabbelt eins unsbeaufsichtigt rum: Kucken Sie doch mal ob das Ihnen gehört." und
"meine Damen und Herren, ich bitte sie um ihre Aufmerksamkeit: hat zufällig jemand von Ihnen einen Esel gesehen." Pause
"Ein kleiner grauer Esel müßte hier irgendwo im Laden sein" lange Pause
"Er ist übrigens aus Stoff und gehört einen kleinen Jungen, der sich sehr freuen würde ihn wiederzukriegen".
Daneben gibt's natürlich die klassischen Durchsagen, wer so alles jetzt wirklich ehrlich ganz dringend aus dem Smalland geret...ääähh...abgeholt werden will, wobei die Nennung des jeweiligen Namens des öfteren ein spontanes, einhelliges Lästern unter den Besuchern auslöst. Vor allem andere Eltern können da sehr gemein werden. ;-)

Unser Aufenthalt an der Kasse ist sehr kurz und schmerzlos, erstaunlich, wenn man bedenkt wie voll es ist. Dafür gibt's dann allerdings ein kleines Problem auf dem Parkplatz, von dem ich bisher nicht mal wußte, daß es auf Parkplätzen entstehen kann: Stau! Nach 20 Minuten, in denen wir uns gerade mal 2 m weit bewegt haben, beschließe ich, die Strecke abzulaufen um zu kucken, was denn da passiert ist. Ich tippe spontan auf einen Unfall: "Golf rammt Pax Birkeland" oder so, aber nix ist zu sehen. Ganz am Ende der Autoschlange sehe ich dann, was uns alle so aufhält: es ist der Reißverschluß, bzw. selbiges Verfahren, daß für 90 % aller anwesenden Autofahrer ein echtes Mysterium zu sein scheint. Und das in Verbindung mit der Tatsache, daß die Straße selbst von einer Riesenmasse nachdrängender Besucher verstopft ist, sorgt dann dafür, daß wir noch eine weitere Stunde brauchen, bis wir endlich nach Hause fahren können. Insofern sollte der Werbespruch für's nächste mal lieber lauten: Ikea: wartest du noch, oder lebst du schon?

Keine Kommentare: