Donnerstag, Juni 12, 2008

Obst ist gesund

Der Kühlschrank zeigt wieder erste Mangelerscheinungen und so begebe ich mich denn nach der Arbeit schnurstraks zu Feinkost Albrecht , um dort das ein oder anderen Leckerli zu erwerben. Wie immer ist der Laden zur Feierabendzeit ziemlich voll - und wie immer besteht der Hauptanteil der KäuferInnen aus nett aussehenden alten Omis.
Während ich im Geiste noch den zu Hause liegenden Einkaufszettel zu rekonstruieren versuche, werde ich plötzlich von meinem Unterbewusstsein unterbrochen, das links vorne günstige Ananas erspäht hat. Die stand zwar definitiv nicht auf dem Zettel, aber was soll’s - Einkaufszettel sind eh nur so etwas wie freundlich gemeinte....Richtlinien (eine Tatsache, die Männer einfach nicht verstehen wollen).
Leider wird mein Obsterwerb aber erst einmal rüde durch eine kleine Oma ausgebremst, die ihren Einkaufswagen direkt vor dem Ananaskarton geparkt hat um in Ruhe die danebenliegenden Äpfel begutachten und befühlen zu können. Und zwar alle die da sind! Ganz ausführlich!
Geduldig warte ich ein Weilchen, sehe dann aber, dass ich mich ja auch einfach kurz rechts an ihr vorbeiquetschen und zugreifen könnte. Leider wird dieser Plan durch eine zweite nett aussehende Omi vereitelt, die es auf die Nektarinen abgesehen hat und von rechts kommt. Triumphierend stellt sie ihren Wagen genau vor diesen ab, so dass ihr niemand welche vor der Nase wegschnappen kann. Ein genialer Plan! Dumm nur, dass sie sich jetzt selbst auch den Weg versperrt hat. Ihr Ratlosigkeit ist aber nur von kurzer Dauer. Beherzt wirft sie sich quer über ihren abgestellten Wagen, strampelt dabei ein bisschen mit den Beinen und angelt nach den Nektarinen. Ein Bild für die Götter und für eine Weile vergessen wir Umstehenden, wozu wir eigentlich hergekommen sind. Nach einer Weile bemerkt die Dame dann allerdings unsere ungeteilte Aufmerksamkeit, lässt sich wieder auf den Boden zurück und geht beschämt mit ihrem Wagen ein kleines Stück zu Seite.
Das ist meine Chance! Blitzschnell wuppe ich in die entstandene Lücke und greife mir eine Ananas. Doch während ich da hocke, höre ich plötzlich ein seltsam kollerndes Geräusch von oben. „Apfel-Omi“ von links hat ihr Interesse inzwischen den Galiamelonen zugewandt, und weil sie an die von ihrer seitlichen Position aus so schlecht an die hinteren rankommt, hat sie nun einfach den Karton auf die Seite gekippt und sieht mit Begeisterung zu, wie die letzten 2 Melonen auf den Regalrand zukullern. Ich persönlich sehe das mit viel weniger Begeisterung, denn wenn sie es nicht schafft die Dinger rechtzeitig aufzuhalten, dürfte zumindest eine von beiden ziemlich genau auf meinem Kopf landen. Und je nach Reifegrad........autsch! Also suche ich panisch nach einer Ausweichmöglichkeit, doch keine Chance. Links von mir steht eine strahlende Oma, die ihre Hände willkommenheißend den sich nähernden Melonen entgegenstreckt, hinter mir steht plötzlich der Einkaufswagen einer jungen Frau, die die Erdbeerschalen durchwühlt und rechts ist „Nektarinen-Oma“ mit ihrem Wagen. . Die Lage scheint hoffnungslos. Doch plötzlich entsteht eine kleine Lücke, ich springe nach hinten und sehe japsend zu, wie „Apfel-Oma“ die beiden Melonen gekonnt auffängt. Bravo!
Nachdem das nun überstanden ist, orientiere ich mich erst mal und suche meinen Wagen, gut zu erkennen an meiner Tasche, von dem ich mich mittlerweile ein ganzes Stück entfernt habe. Ja, ich weiß, man soll seine Tasche nicht im Wagen lassen, aber für den Moment ist mir das herzlich egal. Erstens sind die Lüneburger ehrliche Menschen und zweitens habe ich in der Hand eine 3 Pfund schwere Flugananas und genügend Adrenalin im Blut, um diese im Bedarfsfall auch zielgerichtet einzusetzen.
Der Rest meines Einkaufes verläuft dann aber friedlich und die Ananas kann im Wagen bleiben; nur dummerweise muss ich dann zu Hause feststellen, dass ich leider doch so einiges vergessen habe und morgen noch mal los muss. Na ja – immerhin kann ich dann die Obstabeilung links liegen lassen.

1 Kommentar:

Britta hat gesagt…

Au ja, das kann manchmal schon ziemlich mörderisch zugehen. Mit Omas und Einkaufswagen habe ich nicht mehr ganz so viele Probleme ich großen Kaufland, dafür kann ich aber jetzt ein lied von Türkenmammas mit Hackenporsches singen. ;)