Mittwoch, August 06, 2008

von Ärzten und Mensch..äähhh, Patienten

Da ich seit ein paar Monaten ja nicht nur hier im Blog, sondern auch bei meinem Orthopäden über Rückenschmerzen jammere, hat dieser mich endlich, vermutlich weil er das Genöhle satt hat, zu zwei Kollegen überwiesen, mit der Bedingung, dass ich erst wiederkomme, wenn ein MRT und ein EMG gemacht wurden.
Da mir die MRT-Untersuchung vorher als relativ ätzend beschrieben wurde, war ich schon ein bisschen nervös was mich so erwartet. In der Praxis ist es dann aber sehr nett und locker und die Ärztin fragt mich erst mal, wo ich denn mein T-Shirt her hätte, das sei cool. Dann klären wir noch alles Medizinische ab und danach darf ich auf eine sehr gemütlich Bahre klettern, wo ich mehr oder minder fest fixiert werde, damit ich mich während der Untersuchung nicht zu doll bewegen kann.
Ehe es losgeht, drückt mir die Arzthelferin noch einen kleinen Ballon in die Hand mit den Hinweis, dass das eine Notfallklingel sei, bei dem Lärm könne man mich nämlich nicht hören. Und dann werde ich auch schon in eine weiße Metallröhre geschoben. In eine verdammt enge weiße Metallröhre, deren Decke nur ca. 10 am über meiner Nase hängt. Und so langsam kommt mir der Gedanke, dass ich zwei Minuten früher, als wir noch über T-Shirts geplaudert haben, vielleicht lieber hätte erwähnen sollen, dass ich ein nicht ganz so klitzekleines Klaustrophobieproblem habe. Aber wie heißt es doch If you were waiting for the opportune moment, that was it!
Ok, nur nicht nervös werden – realistisch und analytisch denken, die Situation zusammenfassen: ich liege festgeschnallt in einem superengen Raum und niemand kann mein Schreien hören, wenn es ein Problem gibt. Maaaaaami!
Der letzte Rest meiner Würde bewahrt mich dann glücklicherweise davor, noch vor Beginn die Notfallklingel zu drücken und ich beschließe, erst mal die Augen zuzumachen, damit ich das Elend zumindest nicht mehr sehen muss. Und so schlimm kann es ja nicht werden; ich muss lediglich 20 Minuten lang ganz gemütlich bewegungslos herumlungern, etwas, was ich damals im Lateinunterricht bei Hr. Dr. M. schließlich oft doppelt so lange durchgehalten habe. Und, positiv denken, diesmal darf ich dabei sogar die Augen zumachen.
Allerdings reiße ich die bei Beginn dann gleich wieder auf, da ich mich plötzlich akustisch gesehen in einem Computerballerspiel wiederfinde. Von wegen „Klopfgeräusche“, das Ding klingt original wie ein Command & Conquer Maschinengewehr – und zwar wie ein extrem laut gestelltes aus extrem schlechten Boxen. Das finde ich am Anfang erst mal ganz witzig, denn ich stelle mir einfach vor, neben einem großen Computer zu liegen.
10 Minuten später geht es mir dann allerdings nur noch auf die Nerven und auch die Liege wird seltsamerweise immer unbequemer. Noch 5 Minuten später frage ich mich, wie ich das Teil auch nur eine Sekunde gemütlich finden konnte und will einfach nur noch aufstehen und verschwinden. Geht aber nicht, weil enge Röhre und fixiert; also harre ich brav bis zum Ende aus und bekomme dann ein paar Bilder in die Hand gedrückt, die entweder meine Wirbelsäule oder auch „the most ugliest worm from outer space“ zeigen. Ist mir aber egal, ich will nur noch raus.

Nach dieser Erfahrung bin ich auf das EMG dann doppelt gespannt; eine Freundin erzählt mir, dass man mir da Nadeln in den Arm pieken würde um die Reaktion meiner Nerven zu messen. Ist ja kein Problem für mich, die letzten Nadeln habe ich schließlich auch gut überstanden. Ist doch Kinderleicht!
In der Praxis erwartet mich dann aber eine Überraschung. Eine sehr nette Sprechstundenhilfe beklebt mich mit ein paar Sensoren und teilt mir dann strahlend mit, dass sie mir gleich ein paar Stromstöße verpassen würde. Auf mein etwas irritiertes „ach, tun sie das?“ kriege ich zu hören, das sei gar nicht schlimm und würde nicht weh tun. Also sitze ich gottergeben da und frage mich, wie zum Henker ich da bloß rein geraten bin: erst foltert man mich mit Nadeln, dann sperrt man mich in eine enge Röhre und schlussendlich soll ich kleine Elektroschocks kriegen. Aber gut, ich mache ja (fast) jeden Blödsinn mit und wenn's denn schön...äh...gesund macht......
Immerhin sind die Stromstöße tatsächlich nicht schlimm, wenn auch verdammt merkwürdig. Allerdings nicht halb so merkwürdig wie der Arzt zu dem ich dann gleich ins Sprechzimmer darf. Dieser stellt mir in bestem FBI-Verhör-Ton eine Reihe von Fragen, unterbricht mich dann aber bei jeder meiner Antworten und kuckt dabei die ganze Zeit starr an mir vorbei. Als er mir dann auch noch die Frage stellt „nur kribbel kribbel oder auch aua“ (O-Ton!) steht für mich fest: der Typ hat nicht mehr alle Dosen im Sixpack!
Wenigstens erklärt mir die nette Sprechstundenhilfe dann hinterher, was das Untersuchungsergebnis genau bedeutet und wie es nun weitergeht. Und dass ich in zwei Monaten wiederkommen soll. Was das dann wohl wird?

Kommentare:

Britta hat gesagt…

Oh ja, Ärtze sind eine eigene Spezies für sich!

Leo und Tanja hat gesagt…

Hm, und ich dachte mein persönlicher Privatarzt wäre seltsam. Der unterhält sich zur Zeit gerne mit seinen Fliegenmaden. Aber alles ist gut, so lange er nicht anfängt, mit seinen 'Patienten' zu sprechen...
Wie auch immer: Gute Besserung!
Tanja

Birgit hat gesagt…

@Tanja
Wieso, es ist doch nicht seltsam, wenn er sich mit den Maden unterhält. Es ist erst dann seltsam, wenn er der Meinung ist, daß sie ihm antworten. ;-)