Dienstag, März 31, 2009

Bye bye Bordenau


Dienstag Morgen, 9.30 Uhr:

Seit mehr als 36 Stunden habe ich keine warmen Pizzaschnecken mehr bekommen, nirgendwo rattert eine Nähmaschine und wenn ich "manna manna" in den Raum frage kommt keine Antwort. Bordenau ist also wirklich endgültig wieder vorbei.

Ab und an kucken die kleine Nähmaschine und ich uns an, stoßen einen traurigen Seufzer aus und lassen unmotiviert den Kopf hängen. Alleine nähen macht nach einem so tollen Wochenende einfach keinen Spaß; und ein tolles Wochenende war es definitiv. 20 wilde mit Nähmaschinen und Nadelkissen bewehrte Weiber, bestimmt mehr als 150m Stoff, riesige Essensberge und vor allem eine Menge guter Laune haben dafür gesorgt, dass es nicht eine Minute langweilig war. Kam jemand nicht weiter, war immer sofort jemand anderes da und hat beim Abstecken geholfen, das Korsett geschnürt, das richtige Bild/Schnittmuster für die große Erleuchtung rübergereicht oder Nähmaschinenöl/farblich passendes Garn/Nadeln etc. ausgeliehen.

Um zu verhindern, dass wir bei all unseren wahnsinnig anstrengenden schweißtreibeneden Tätigkeiten vom Fleisch fallen, wurden wir von diversen Schneiderlein nebenbei mit so wichtigen nahrhaften Dingen wie Muffins, Mudcake, Pizzaschnecken, Gemüsesuppe, Nudelsalat, mehr Pizzaschnecken, Knöpfle mit Bohnen, einem Koreanischen Buffet und noch vielem mehr (sogar Salat war dabei) versorgt. Übrigens einer der Hauptgründe, warum Bordenau maximal alle halbe Jahr stattfinden darf; gäbe es mehr Termine, wären wir alle in spätestens 3 Jahren so kugelrund gefuttert, dass wir uns nicht mehr bewegen und schon gar nicht zur Nähmaschine vorbeugen könnten.

Ein weiterer Grund ist der doch ziemlich eklatante Schlafmangel, der sich meist schon am ersten Tag einstellt und diesmal dazu führte, dass mir am Samstag Morgen, als ich in den Nähsaal geschlurft bin, führsorglich mitgeteilt wurde, dass das Bad jetzt frei sei und ein bisschen kaltes Wasser sicher Wunder wirken würde. Leider war ich zu dem Zeitpunkt aber schon im Bad gewesen und dachte, dass mich das kalte Wasser und der Kamm bereits in ein ansatzweise menschlich wirkendendes Wesen verwandelt hätten. Aber ok, nachdem ich jetzt die Fotos des Tages gesehen habe weiß ich: die Statisten aus "Shaun of the Dead" wirken lebendiger als ich es zu dem Zeitpunkt tat.

Auf jeden Fall war es ein rundum tolles Wochenende und ich bin fest entschlossen, beim nächsten Termin im Oktober dann wieder dabei zu sein. In diesem Sinne:

Manna manna....?

(das Foto habe ich ganz frech bei Julchen geklaut)

Montag, März 30, 2009

Wenn der Postmann gar nicht klingelt

Ich habe letzten Sonntag, die Tatsache ausnutzend dass ich frei habe und daher auf den Lieferanten warten kann, im Internet zwei nette kleine Teppichbrücken bestellt. Natürlich bei einem namhaften Teppichhaus und natürlich nur solche, die definitiv als "auf Lager" gekennzeichnet waren - mein (Zeit-)Plan war also voll durchdacht und bis ins letzte Detail ausgetüftelt. Genützt hat diese Planung allerdings wenig, denn mein Bestellschein ist zwar in der Zentrale angekommen, wurde von dort dann aber erst mal ins große Teppichbestellnirvana gesandt; sprich: er ging verloren und wurde folglich nicht bearbeitet. Aber das würde selbstverständlich sofort nachgeholt werden, hat man mir versprochen.

I: Und wann bekomme ich meine Sachen?
T: Irgendwann diese Woche per UPS!
I: Und wann genau, gibt's da irgendeine Nummer, die ich nachverfolgen könnte? Ich muß ab Mittwoch wieder zur Arbeit.

Nein, eine Nummer gibt es nicht, also sitze ich jetzt hier und warte auf einen UPS-Mann, der irgendwann im Laufe dieser Woche zwischen 8 und 18 Uhr hier auftauchen soll, um mir eine kleine Teppichrolle im Austausche für Bargeld in die Hand zu drücken. Fantastisch, oder?

Donnerstag, März 26, 2009

Packen für Bordenau

Morgen geht es wieder los nach Bordenau, zum diesjährigen Frühjahrsnähtreff und ich gestehe, ich bin derzeit noch ein kleines bisschen planlos, was ich nun genau machen will. Bzw. habe ich viel zu viele Ideen und viel zu viele Stoffe und viel zu wenig Entscheidungswillen um jetzt was festzulegen. Vielleicht sollte ich einfach blind ein paar Stoffe aus meinem Vorrat ziehen und dann einfach vor Ort kucken, was sich daraus machen läßt? Oder alles mitnehmen? Oder zu meiner Ursprungsidee zurückkehren?
Waah, warum kann ich bloß nicht einer von diesen gradlinigen entscheidungsfreudigen Menschen sein???

Sonntag, März 22, 2009

Ich habe frei

Heute ist er endlich da, der erste Tag vom Rest meiner Leb....ähm Resturlaubs; meine Zeit im Archiv ist vorbei und damit endlich auch diese unchristlichen Aufstehzeiten von 4.30 Uhr oder 5.30 Uhr. Ab nächstem Monat arbeite ich erst mal auch nur 80 % und kann somit jede Arbeitswoche mit dem wunderbaren Gefühl des "uff, zumindest der Montag ist ja schon mal geschafft" beginnen. Klingt nett, oder? Ich denke auf jeden Fall, dass es die richtige Entscheidung war und werde mir jetzt erst mal einen Tee kochen, um meinen freien Montag ganz in Ruhe anzugehen.

Donnerstag, März 19, 2009

Ich bin schon groß

Es gibt sie ja immer und überall, diese Menschen, die genau zu wissen meinen, was wir am besten tun und lassen sollten. Und die ohne zu fragen auch immer gleich loslegen und anfangen unser Leben und unsere Entscheidungen umzuorganisieren; selbstverständlich alles zu unserem Besten, sie meinen es ja schließlich gut mit uns.
Ich spreche hier übrigens nicht von Müttern – die machen so etwas zwar auch ständig, allerdings sind sie, auch wenn man mittlerweile schon Anfang 30 ist, quasi biologisch dazu verpflichtet und können gar nicht anders. (und außerdem machen sie meistens gute Vorschläge, aber das ist eine ganz andere Geschichte, oder Lineken? ;-) ) Nein, ich spreche von diesen allzeit bereiten Menschen um uns herum, die erst nett und freundlich um die Ecke kommen, um sich dann mal eben darüber auszulassen, was wir alles falsch machen, wie schrecklich es uns doch damit gehen muss und was wir zusammen daran in den nächsten Wochen ändern werden.
Äh hallo, geht’s noch?
Es mag sein, dass ich nicht immer die optimale Entscheidung treffe, aber ich bin weder zu dämlich, noch zu kindisch oder unwissend, um in einer Sache das Pro und Kontra abzuwägen und mich dann für einen Weg zu entscheiden. Ich nehme gerne Ratschläge an, keine Frage, aber was in meinem Leben definitiv nicht fehlt ist ein Mensch, der mich mal eben entmündigt und mir sagt, dass das, was ich für gut befunden habe, völliger Mist ist und was ich in Zukunft zu tun habe, damit alles besser läuft. Ich will keine Menschen die mir meine Entscheidungen mies machen – vor allem nicht, wenn sie weder eine Grundlage noch irgendwelche Argumente außer einem „also ich finde ja...“ haben. Ich kann für mich selbst entscheiden, ich bin schon groß!

(Um Missverständnissen vorzubeugen – es geht hier um niemanden der mein Blog kennt oder mitliest und soweit ich weiß, kennt auch keiner der hier Mitlesenden diese Person.)

Samstag, März 14, 2009

Morgens halb acht in Deutschland

Gestern war ja Freitag der 13., normalerweise ein Datum auf das ich nicht all zu viel gebe. Dass ich trotzdem mit leichten Bauchschmerzen aufgestanden bin lag eher daran, dass ich meine dritte Vorlesung halten musste – eine Tätigkeit die für mich, die ich das Reden vor Gruppen hasse, ein absoluter Horror ist.
Aber egal, ich habe versprochen den Kurs zu machen und habe mich somit, ganz pflichtbewusst, am Donnerstag Abend wiedereinmal hingesetzt und mit Pookah als Zuhörerin meinen Vortrag geübt. Eine ehrlich gesagt ziemlich demoralisierende Angelegenheit, denn mehr als ein gelangweiltes Mau gab es diesmal leider nicht als Feedback. Und wenn nicht mal Pookah, die sonst jegliche Form von Aufmerksamkeit großartig findet, es interessant findet...... *schluck*
So bin ich also Freitag Morgen mit dem Motto „It’s do or die“ zur Arbeit aufgebrochen, natürlich nicht ohne mich vorher zu vergewissern, ob ich auch wirklich alle Notizen, Bücher und den USB-Stick eingepackt habe. Habe ich, es kann also nichts mehr schief gehen. Und es läuft auch alles gut: ich habe sämtliche Sachen dabei, bin rechtzeitig am Lüneburger Bahnhof und der Zug schafft es tatsächlich ohne Verspätung zum Hamburger Hauptbahnhof, wo ich dann fast ein bisschen leicht und beschwingt die Treppen hochlaufe um zur U-Bahn zu gelangen.
Und ich laufe und laufe, bis mich plötzlich eine unschöne Erkenntnis überkommt: ich sollte gar nicht so leicht und beschwingt durch den Hauptbahnhof laufen können, denn in meiner rechten Hand müsste sich eine schwere Buch-und-Notizentasche mit bremsender Wirkung befinden. Müsste sie, tut sie aber nicht. Ich habe mir ausgerechnet diesen Tag dazu ausgesucht, um das erste mal in meinem Leben etwas in einem Zug zu vergessen. Großer Mist! Große Panik! Ogottogottogottt!
Ich also schnellstmöglich zum Zug zurückgejoggt und meine Tasche gesucht. Nix! Zugbegleiterin gefragt. Nix. Zum Servicepoint gejoggt: Nix. Zug noch mal durchsucht. Nix. Alle bereits eingestiegenen Reisenden nach meiner Tasche gefragt. Auch nix. Mir in letzter Verzweiflung einen DB-Mitarbeiter geschnappt, der netterweise alle in Frage kommenden Kollegen und Servicepoints abtelefoniert hat und dann zusammen mit mir noch mal durch den Zug gestiefelt ist. Nix.....halt doch? Auf einem der Sitze ist sie tatsächlich: MEINE Tasche. Ich also hingestürzt und die Tasche geknuddelt; und mich bei dem netten Helfer bedankt, der vorsorglich schon mal 3 Schritte zurückgewichen ist (vermutlich vor Angst, ich könnte ihn genauso stürmisch an mich reißen wie die Tasche).
Die Vorlesung hat dann glücklicherweise irgendwie geklappt. Ob die Studis sie besser fanden als Pookah weiß ich allerdigs nicht genau; zumindest kann ich aber sagen, dass keiner von ihnen gelangweilt Mau gemacht hat. Und das ist doch schon was, oder?

Freitag, März 06, 2009