Samstag, März 14, 2009

Morgens halb acht in Deutschland

Gestern war ja Freitag der 13., normalerweise ein Datum auf das ich nicht all zu viel gebe. Dass ich trotzdem mit leichten Bauchschmerzen aufgestanden bin lag eher daran, dass ich meine dritte Vorlesung halten musste – eine Tätigkeit die für mich, die ich das Reden vor Gruppen hasse, ein absoluter Horror ist.
Aber egal, ich habe versprochen den Kurs zu machen und habe mich somit, ganz pflichtbewusst, am Donnerstag Abend wiedereinmal hingesetzt und mit Pookah als Zuhörerin meinen Vortrag geübt. Eine ehrlich gesagt ziemlich demoralisierende Angelegenheit, denn mehr als ein gelangweiltes Mau gab es diesmal leider nicht als Feedback. Und wenn nicht mal Pookah, die sonst jegliche Form von Aufmerksamkeit großartig findet, es interessant findet...... *schluck*
So bin ich also Freitag Morgen mit dem Motto „It’s do or die“ zur Arbeit aufgebrochen, natürlich nicht ohne mich vorher zu vergewissern, ob ich auch wirklich alle Notizen, Bücher und den USB-Stick eingepackt habe. Habe ich, es kann also nichts mehr schief gehen. Und es läuft auch alles gut: ich habe sämtliche Sachen dabei, bin rechtzeitig am Lüneburger Bahnhof und der Zug schafft es tatsächlich ohne Verspätung zum Hamburger Hauptbahnhof, wo ich dann fast ein bisschen leicht und beschwingt die Treppen hochlaufe um zur U-Bahn zu gelangen.
Und ich laufe und laufe, bis mich plötzlich eine unschöne Erkenntnis überkommt: ich sollte gar nicht so leicht und beschwingt durch den Hauptbahnhof laufen können, denn in meiner rechten Hand müsste sich eine schwere Buch-und-Notizentasche mit bremsender Wirkung befinden. Müsste sie, tut sie aber nicht. Ich habe mir ausgerechnet diesen Tag dazu ausgesucht, um das erste mal in meinem Leben etwas in einem Zug zu vergessen. Großer Mist! Große Panik! Ogottogottogottt!
Ich also schnellstmöglich zum Zug zurückgejoggt und meine Tasche gesucht. Nix! Zugbegleiterin gefragt. Nix. Zum Servicepoint gejoggt: Nix. Zug noch mal durchsucht. Nix. Alle bereits eingestiegenen Reisenden nach meiner Tasche gefragt. Auch nix. Mir in letzter Verzweiflung einen DB-Mitarbeiter geschnappt, der netterweise alle in Frage kommenden Kollegen und Servicepoints abtelefoniert hat und dann zusammen mit mir noch mal durch den Zug gestiefelt ist. Nix.....halt doch? Auf einem der Sitze ist sie tatsächlich: MEINE Tasche. Ich also hingestürzt und die Tasche geknuddelt; und mich bei dem netten Helfer bedankt, der vorsorglich schon mal 3 Schritte zurückgewichen ist (vermutlich vor Angst, ich könnte ihn genauso stürmisch an mich reißen wie die Tasche).
Die Vorlesung hat dann glücklicherweise irgendwie geklappt. Ob die Studis sie besser fanden als Pookah weiß ich allerdigs nicht genau; zumindest kann ich aber sagen, dass keiner von ihnen gelangweilt Mau gemacht hat. Und das ist doch schon was, oder?

1 Kommentar:

Caythlin hat gesagt…

Auf jeden Fall war DIESER Freitag sehr einfallsreich in seinen Bemühungen, uns von der Ernsthaftigkeit des DREIZEHNTEN zu überzeugen....
Glückwunsch zum erfolgreichen Vortrag! (Wahrscheinlich gefiel Pookah das Thema einfach nicht - Katzen sind da mitunter sehr eigen)