Montag, September 28, 2009

Fliederbeersaftkochen für Dummies

Montag morgen, 11.00 Uhr: nachdem ich mit meinen Einkäufen durch bin, setze ich mich ins Wohnzimmer und fange an zu strippen (also Fliederbeeren ab-), eine Tätigkeit, die fast schon etwas leichtes und meditatives hat. Ich bin ruhig, ich bin entspannt, das Leben ist schön.....zumindest so lange, bis mir die erste Spinne aus dem Haufen Fliederbeerdolden entgegenkrabbelt und mich dazu bringt hysterisch quietschend aufzuspringen und dabei mein Knie mit Schmackes gegen das Tischchen mit der Schüssel zu stoßen. Ich stelle fest: Der Tisch ist ganz schön hart und Fliederbeeren kollern richtig gut und weit auf Parkett.
Also heißt es erst mal Beeren jagen und Knie verarzten ehe es weitergehen kann. Doch nachdem ich nun weiß, dass in den Fliederbeeren Spinnen sitzen könnten, ist der Rest der 2-stündigen entstrip-Aktion leider nicht mehr so ruhig und entspannend und am Ende bin ich zittriger als nach 3 doppelten Espresso.
Zum Glück normalisiert sich mein Adrenalinspiegel aber während des Beerenkochens und –zermatschens und als ich den großen Topf vom Herd nehme, habe ich endlich meinen Elan vom Morgen zurück. Schwungvoll beginne ich die Fliederbeeren durch ein Sieb abzugießen, welches aber dummerweise schwungvoll zur Seite rutscht und dann schwungvoll einen Schwall (farbechten) Saft über die Fliesen verteilt. Ein kurzer Abgleich mit der Anleitung sagt mir, dass das nicht zum Rezept gehört und ich ganz schnell anfangen sollte zu improvisieren, ehe das Zeug auf die weniger abwaschbaren Bestandteile des Fußbodens zufließt.
Eine Küchenrolle später, sieht es glücklicherweise nicht mehr ganz so aus, als hätte ich auf den Fliesen ein Blutopfer dargebracht und ich kann mit dem Umfüllen weitermachen. Was da aus dem Beerenberg an Saft rauskommt ist zwar nicht mal ansatzweise das, was ich mir erhofft habe, aber egal, nun ist es zu spät aufzuhören.
Schnell stelle ich den Topf auf den Herd, werfe alle weiteren Zutaten hinterher und versuche schon mal alles für den Endspurt vorzubereiten:
Flaschen mit kochendem Wasser ausspülen und dann mit dem noch heißen Saft auffüllen. Spitzenidee! Zwei durchnässte Topflappen und einen verbrannten Finger später habe ich dann endlich den Dreh raus und kann mit dem Abfüllen beginnen und eine Stunde später erinnern nur noch die 6 klitzekleinen Flaschen auf der Anrichte an den ganzen Stress. Ich bin geschafft, aber glücklich!
Wehe einer wagt es jetzt mir zu sagen, dass der gekaufte besser ist........

Kommentare:

Lyhaire hat gesagt…

Nein, gekauft ist bestimmt nicht besser, gekauft kann jeder und man schmeckt ja garnicht die ganzen Opfer die man dafür gebracht hat ;D

Tine hat gesagt…

Ich empfehle Fliederbeergeleeeeeeee - Herrlich

BrittavdB hat gesagt…

Nein, nein, Kaufen geht gar nicht. Immerhin weißt du, das ist Saft aus glücklichen Fliederbeeren, die ihr Leben zufrieden am Wegesrand verbracht haben. In diesem Sinne (und aus einer Küche, deren nun rot-gestreifte Holzmöbel sich leider als nicht so abwischecht erwiesen haben): Prost mit dem Anti-Erkältungs-Trunk!
*tätschelt ihre eigenen 13 Flaschen der diesjährigen Produktion*

Birgit hat gesagt…

Cheerio *Glasheb*! ;-)


@Tine
Nimmt man dann einfach Gelierzucker, statt des normalen Zuckers?