Montag, Juni 28, 2010

Projekt 12-12, mein Fazit

Nachdem ich letztens gefragt wurde, was denn jetzt eigentlich aus Projekt 12-12 geworden ist und was ich dafür genäht hätte, muss ich leider auch hier noch einmal gestehen, dass ich es nicht geschafft habe. Zu Vieles kam immer wieder dazwischen und dann hatte meine kleine Nähmaschine zwischendurch auch noch einen ziemlichen Hänger und war nicht zu gebrauchen. Also ein weiterer guter Vorsatz, der jetzt den Weg zur Hölle mitpflastern darf.
Immerhin - mittlerweile tut es die Maschine wieder und insofern konnte ich zumindest zwei neue Projekte fertigstellen. Zum einen habe ich mir einen neuen Kurzmantel für die Übergangszeit genäht, inklusive Futter, Innentasche und dem ganzen Zipp und Zapp. Im Moment ist er, Dank 25 ° und Sonnenschein, natürlich so überflüssig wie ein Kropf, aber irgendwann wird es wieder kälter und dann ist seine große Stunde gekommen.
Der Schnitt ist übrigens selbgezeichnet, daher auch der verkorkste Kragen (ich brauche dringend mal einen Kagennähen-und-Zeichnen-für-Dummies-Kurs), aber da der Mantel ansonsten gut sitzt, werde ich mich damit bestimmt auch in die Öffentlichkeit trauen.

Die vielen Falten bitte ich übrigens zu entschuldigen - ich habe das Bügeleisen zwar schon zwei mal am Mantel vorbeigetragen, konnte mich aber noch nicht so recht dazu aufraffen, das gute Stück damit mal endgültig in Form zu bringen. Das spare ich mir auch für kältere Tage auf.

Projekt Nummer 2 ist ganz langweilig eine Weste aus Nadelstreifenstoff für die Arbeit. Der Schnitt basiert auf einem Burda-Blazer-Schnitt und ist gleich nach der Verarbeitung in die Mülltonne gewandert. Burdaschnitte gehen bei mir einfach gar nicht und ich muss schon arg in Verzweiflung geraten, ehe ich mir das noch mal antue.

Sonntag, Juni 27, 2010

Lass die Finger von der Vuvuzuela

Liebe Fußballfans,

bitte übt mit euren Vuvzelas erst einmal zu Hause, ehe ihr sie mit zum Public Viewing nehmt. Denn die von euch produzierten Töne, die zwischen "veschämt pupsendem Elefantenkind" und "Fünftklässler der das erste mal eine Trompete in der Hand hat" schwanken, sind peinlich.

Ihr müsst übrigens nicht noch mal wild kreischen und applaudieren, wenn ein zweites Tor direkt nach dem ersten gezeigt wird - das ist nämlich nur die Zeitlupenwiederholung.

Und Mädels, wenn ihr schon eure Freunde begleiten müsst und euch dafür die Deutschlandflagge ins Gesicht pinselt: schwarz gehört nach oben.

Alles in allem finde ich diese ganze Public Viewing-Sache übrigens ziemlich drollig-skurril. Für die Mädels scheint es hauptsächlich deswegen toll zu sein, weil sie sich dafür ein neues Outfit zulegen können (girlie-Fußballtrikot und dazu wahlweise weiße Pumps oder Ballerinas) und die Männer finde es sowieso großartig, weil sie endlich mal wieder ohne jede Rechtfertigung schon nachmittags mit einem Bier vor der Glotze hängen und Sport kucken dürfen.
Wirkliche Kommunikation unter den Fans habe ich bisher hier in den Cafes auf jeden Fall noch nicht beobachten können. Sie kommen, setzen sich immer schön auf Abstand zu den fremden Mitkuckern auf ihren Stuhl, jubeln dann alle zusammen und gehen hinterher wieder ihrer Wege. Aber warum? Ist der Fernseher zu Hause zu klein oder das Bier zu warm? Oder kündigen ihnen die Nachbarn die Freundschaft und der Vermieter den Mietvertrag, wenn sie ihre Vuvuzelas rausholen?
Also was ist dran am öffentlichen Torjubel? (und was spricht dagegen einfach zu Hause mit seinen Freunden zu kucken?)

Montag, Juni 07, 2010

Trendsetterin

„Was ist das denn?“ Neugierig beäugt sie die kleine Flasche in meiner Hand. „Das ist laktosefreie Milch“ antworte ich höflich „Ich habe sie nur in eine kleine Flasche umgefüllt, weil sie sich dann leichter mitnehmen lässt.“
„Ah, ja“ sie nickt wissend „das ist ja heutzutage sehr in Mode.“ Ich bin etwas verwirrt. „Die laktosefreie Milch? Die ist nicht in Mode, die gibt es schon länger!“ Sie schüttelt den Kopf. „Nein, nicht die Milch, das mit der Laktoseintoleranz meine ich. Das haben doch jetzt ganz viele.“

Super, immerhin eine Sache von mir, die ganz modern ist.

(Falls sich übrigens jemand über meine Abwesenheit gewundert hat – ich hatte da ein paar Probleme mit einem Trojaner und einen twockenden CD-Laufwerk)