Sonntag, Juni 27, 2010

Lass die Finger von der Vuvuzuela

Liebe Fußballfans,

bitte übt mit euren Vuvzelas erst einmal zu Hause, ehe ihr sie mit zum Public Viewing nehmt. Denn die von euch produzierten Töne, die zwischen "veschämt pupsendem Elefantenkind" und "Fünftklässler der das erste mal eine Trompete in der Hand hat" schwanken, sind peinlich.

Ihr müsst übrigens nicht noch mal wild kreischen und applaudieren, wenn ein zweites Tor direkt nach dem ersten gezeigt wird - das ist nämlich nur die Zeitlupenwiederholung.

Und Mädels, wenn ihr schon eure Freunde begleiten müsst und euch dafür die Deutschlandflagge ins Gesicht pinselt: schwarz gehört nach oben.

Alles in allem finde ich diese ganze Public Viewing-Sache übrigens ziemlich drollig-skurril. Für die Mädels scheint es hauptsächlich deswegen toll zu sein, weil sie sich dafür ein neues Outfit zulegen können (girlie-Fußballtrikot und dazu wahlweise weiße Pumps oder Ballerinas) und die Männer finde es sowieso großartig, weil sie endlich mal wieder ohne jede Rechtfertigung schon nachmittags mit einem Bier vor der Glotze hängen und Sport kucken dürfen.
Wirkliche Kommunikation unter den Fans habe ich bisher hier in den Cafes auf jeden Fall noch nicht beobachten können. Sie kommen, setzen sich immer schön auf Abstand zu den fremden Mitkuckern auf ihren Stuhl, jubeln dann alle zusammen und gehen hinterher wieder ihrer Wege. Aber warum? Ist der Fernseher zu Hause zu klein oder das Bier zu warm? Oder kündigen ihnen die Nachbarn die Freundschaft und der Vermieter den Mietvertrag, wenn sie ihre Vuvuzelas rausholen?
Also was ist dran am öffentlichen Torjubel? (und was spricht dagegen einfach zu Hause mit seinen Freunden zu kucken?)

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