Donnerstag, Juli 15, 2010

Home of the Melody abgebrannt

Jeder hat ja so seine eigene Geschichte wie er zum bloggen kam. Meine begann im Grunde genommen vor 10 Jahre, als ich bei einer Recherche auf das Web-Tagebuch (ja, damals hieß das so, denn den Begriff Blog gab es noch nicht) der Düsseldorferin Carola Heine stieß. Im Moving Target gewährte sie allen die es wollten Einblick in ihr Tagebuch, erzählte über ihren Freund, ihre Katzen, ihren Alltag und ließ damit einfach so die ganze Welt an ihrem Leben teilhaben. Eine nette Sache fand ich, war mit dieser Meinung in meinem Umfeld aber erst mal ziemlich allein; denn die meisten meinten, dass man doch das Tagebuch eines anderen nicht so einfach lesen dürfe, egal ob es nun frei im Netz stünde oder nicht.
Aber ich fand, dass man es halt doch darf und blieb dabei, las über die Jahre hinweg von Melodys (so ihr Nick-Name) Reisen, ihrer Hochzeit, den immer wieder kommenden, schweren Erkrankungen, der Renovierungsgeschichte ihres Altbaus und vor 3 ½ Jahren dann von der Geburt ihrer Tochter.
Kennengelernt haben wir uns übrigens nie, nicht einmal virtuell, aber trotzdem weiß ich fast mehr über sie und ihr Leben, als über einige Menschen, die mir regelmäßig in meinem Alltag über den Weg laufen.

Vor fünf Tagen musste ich nun leider etwas lesen, das mich zu diesem Post veranlasst. Denn die über die letzten Jahre hinweg mühe- und liebevoll sanierte Wohnung Melodys ist über Nacht ausgebrannt. Sie selbst, ihr Mann und ihre kleine Tochter sind zum Glück mehr oder minder unverletzt rausgekommen und auch die beiden Katzen haben es geschafft, aber der Sachschaden liegt bei über einer halben Million und der Großteil ihres persönlichen Hab und Guts, sowie ihre Freiberuflerarbeitsplätze haben sich im wahrsten Sinne des Wortes in Rauch aufgelöst.
Klar kann man jetzt sagen, dass alles Materielle völlig unwichtig ist und nur das Leben wirklich zählt, aber mit einem Kleinkind und zwei Katzen von einer Minute auf die nächste auf der Straße zu sitzen, die eigene Wohnung und Altersvorsorge in Schutt und Asche gelegt und einer sich querstellenden Versicherung im Nacken ist trotzdem eine schreckliche Sache.
Zum Glück gibt es aber auch Menschen die sich nicht querstellen, die helfen, die Platz zur Verfügung stellen und Spenden organisieren .
Wer vielleicht auch helfen mag, es aber gruselig finden völlig fremden Geld zu überweisen, kann ja vielleicht hier mal vorbeischauen: Die Autoren versprechen 4 € pro Tweet oder Artikel zu spenden.

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