Samstag, Januar 29, 2011

Bastard Hairdresser from Hell

Getreu dem schönen Motto "dem Mutigen gehört die Welt" habe ich letzte Woche noch einmal alle meine schlechten Erfahrungen mit der schneidenden Zunft ignoriert und beschlossenen, euren Kommentaren Glauben zu schenken und einer weiteren, neuen Friseurin eine Chance zu geben. Und zumindest zu Beginn lief die ganze Sache auch ziemlich gut. Die Dame hat mir freundlich und ruhig zugehört, in eigenen Worten meine Wünsche wiederholt so dass ich sicher sein konnte, dass sie mich verstanden hat und mir dann eine total tolle Kopfmassage bei der Haarwäsche verpasst. Ich fing also an, mich in Sicherheit zu wiegen und zu entspannen ... Ein böser Fehler!
Denn kaum nahm die Dame ihre Schere in die Hand, wurde ich Zeuge einer Verwandlung, wie man sie seit Jekyll und Hyde nicht mehr erlebt hat. Aus der netten einsichtigen Zuhörerin wurde eine wild vor sich hinschnippelnde Furie, die mir dreimal deutlich erklärte, was ich am Ende zahlen müsste und mir, als ich höflich und beherrscht darauf hinwies, dass sie vielleicht doch ein bisschen mehr abgeschnitten hätte als vereinbart, an den Kopf knallte "na ja, ankleben kann ich es jetzt nicht wieder!"
Dann bat sie mich, meine Brille wieder aufzusetzen, zeigte auf meine abgeschnittenen Spitzen und kommentierte: "Na sehen sie doch mal Ihre paar dünnen Strähnchen an - da lohnt ja nicht mal das Auffegen" und führte mich dann zum Fön; natürlich nicht ohne den Hinweis, dass der für meine trockenen stumpfen Haare gar nicht gut sei. Ganz ehrlich - wäre meine Erziehung etwas schlechter gewesen und das Fönkabel etwas länger, hätte ich ihr das Ding vermutlich auf den Kopf gehauen. So habe ich lediglich auf die Gabe von Trinkgeld verzichtet und dann schnell die heiligen Hallen der Haarschneidekunst verlassen.

Kann mir also noch mal jemand den Trick verraten? Muss man im Voraus auf mitgebrachtesGeld hinweisen; oder besser auf eine vorhandene Rechtschutzversicherung? Oder bespritzt man die Friseurin gleich zu Beginn mit ein wenig Weihwasser um ihre Gesinnung herauszufinden und verlässt panikartig den Raum, wenn sie anfängt Brandblasen zu werfen und zu kreischen? Vorschläge werden gerne entgegengenommen.

(und bis dahin träume ich von guten alten Kindertagen, in denen mein Vater für das Schneiden meiner Haare zuständig war und ich sowas nicht mitmachen musste)

Kommentare:

Tine hat gesagt…

Ach Mensch...sowas ist doof... ich rück dir die Daumen, daß du bald mal wieder eine gute Erfahrung bei den Frisören machen kannst :) ich bin da auch ein wenig vorgeprägt...

Britta hat gesagt…

Komm irgendwann wenn du wieder Haare schneiden musst nach Berlin, wir machen dir dann vorher mal nen Termin bei Volker!

www.durrer.de

MamaJuana hat gesagt…

Oder geh mal zu dem Bruder von meinem Freund. Der ist wirklich gut!
Ist allerdings in Reinbek.

Line hat gesagt…

Am besten suchst du dir jemanden, mit ähnlichen Haaren wie du! Leute die alle drei Wochen einen neuen, modischen Kurzhaarschnitt tragen sind definitiv nicht die, die ich an meine Mähne lasse.
Aber wenn du magst geb ich dir die Nummer von meiner Frisörin: schwarzträgerin, Motorradfahrerin und lange dunkle Locken.
Ist in Barmbek

Birgit hat gesagt…

Na ja, das schlimmste an der ganzen Sache ist, dass mir auch diese Friseurin als sehr nett und kompetent empfohlen wurde *seufz*. Ich glaube, ich habe einfach eine Aura, die das Schlechteste in dieser Berufsgruppe hervorbringt. :-(

hafmey hat gesagt…

Ich war vor so etwa 15 Jahren ein paar Mal in Bremen bei einer Frisörin, mit der ich um jeden Zentimeter feilschen mußte, sie wollte immer weniger abschneiden als ich abgeschnitten haben wollte. So jemand wäre vermutlich etwas für dich...