Sonntag, April 22, 2012

Lady in red

Über ein Jahr ist es nun her, dass ich das letzte mal etwas genäht habe und fast genauso lange dauerte auch meine Pause im Näh-Forum an. Eine viel zu lange Zeit, in der ich gelernt habe, dass mir ohne die Forenmädels und ohne das Nähen einfach etwas fehlt. Und deswegen (und wegen der viele Motivations-Stupser, die ich beim letzten Stoffmarkt-Kaffee bekommen habe), wurde nun endlich die Nähmaschie entstaubt, in der Schnittmusterkiste gewühlt und Stoff gewaschen.
Da es zum Wiedereinstiegt erstmal etwas einfaches werden sollte, habe ich mich entschlossen, eine Jacke nach dem Schnittmuster meines olivgrünen Mantels zu machen. Denn - so mein Gedanke - das erste Stück nach der Pause sollte schon tragbar werden und bei diesem Schnitt konnte ich zumindest sicher sein, dass er funktioniert.
Natürlich hatte ich auch ein bisschen Bammel, ob ich nach der langen Zeit überhaupt noch nähen kann. Aber alles lief erstaunlich glatt und als ich dann vor meinen krummen und schiefen Paspeltaschen saß, die genauso seltsam und hingespfuscht aussahen wie die meines grünen Wintermantels, wusste ich, dass ich trotz der Pause absolut nichts verlernt habe. ;-)
Alles in allem ist das Jäckchen also erstaunlich problemfrei fertig geworden, passt und gefällt mir und sogar der Kragen ist dieses mal so gut gelungen, dass ich nix zu meckern habe (und ich meckere eigentlich immer an meinen Kragen herum).
Insofern warten auf das gute Stück jetzt nur noch die obligatorischen Rendevous mit Waschmaschine und Bügeleisen und dann kann es, sofern der Frühling sich dann endlich mal zeigt, auch an die frische Luft geführt werden.

Samstag, April 21, 2012

das ist doch nicht normal

Nach und nach beginne ich zu begreifen, dass ich gestern, als ich bei IKEA die Chance und Erlaubnis hatte so viel Ditte mitzunehmen wie ich möchte, tatsächlich nur 2,5 m eingepackt habe. Meint ihr, ich muss mir Sorgen um meinen Zustand machen?

Montag, April 16, 2012

27 Stunden London

Dank einer netten Einladung zu einer Veranstaltung fand ich mich letzte Woche Donnerstag mit einen Flugticket in der einen und einer Reisetasche in der anderen Hand am Hamburger Flughafen wieder, um von dort einen 27-Stunden-Business-Trip nach London zu starten. Da ich beruflich sonst eher selten aus meiner Bibliothek herauskomme, war ich natürlich ein klein wenig nervös und nicht auf Abweichungen meines persönlichen Plans engestellt, was dazu führte, dass ich nach dem Gang durch die Sicherheitsschleuse bestimmt eine Minute total verdattert vor den Sicherheitskräften stand und fassungslos vor mich hinmurmelte "hab ich nicht gepingt?", "Aber ich pinge doch sonst immer!", "Wieso hat es denn nicht ping gemacht?". Erst als die Damen und Herren dort dann misstrauisch anfingen zu fragen, was ich denn bitteschön bei mir hätte, dass die Sicherheitsschleuse anschlagen sollte, bin ich schnell weitergetrabt und habe mir einen Sitzplatz gesucht.
Da der Freizeitanteil meiner Reise sich auf gerademal 5 Stunden (und die nicht mal am Stück) beschränkte, musste also gut geplant werden. Dank einer Dr. Who-Folge stand das London Eye ganz oben auf meiner to-see-List (als ich das letzte mal in London war, gab es das Rad noch nicht) und insofern bin ich dann gleich von Flughafen aus mit der Bahn zur Station Westminster gedüst und habe das gute Stück in Augenschein genommen.
Ein schneller Blick noch auf Big Ben und Westminster Abbey, ein original englisches, lappiges Sandwich am Bahnhof und dann ging es auch schon weiter zur Oxford-Street und danach dann ins Hotel, aufrüschen für die Veranstaltung (die übrigens sehr nett und spannend war).

Nach einem köstlichen Frühstück am nächsten Morgen und einen kurzen, schmerzvollen Checkout (das Hotel war sooo schön und die Handtücher so flauschig und ich wär so gerne noch dageblieben) ging es dann wieder die Oxford Street runter und zwar direkt zum Disney-Store. Nicht weil ich da unbedingt etwas kaufen wollte, sondern einfach deswegen, weil ich bisher bei jedem meiner London-Trips dort war.
Von dort aus ging es dann wieder in die U-Bahn, wo ich auf eine Horde als Wikinger verkleideter Engländer traf, die alle kreuzbrav auf die Bahn warteten und dann zusammen mit mir 'gen Tower zuckelten. Leider hatte ich meine Kamera zu diesem Zeitpunkt nicht griffbereit, denn die fassunglosen Gesichter der (vermutlich weniger rollenspielergewöhnten) Umstehenden, in Anbetracht der vielen halbnackten bärtigen Männer, war durchaus unterhaltsam. ;-)
Nach einen kurzen Blick auf Tower und Tower Brigde ging es dann noch zum Picadilly Circus, wo mir diese nette kleine rote Telefonzelle ins Auge sprang und dann war es leider auch schon Zeit für die Bahn in Richtung Heathrow.
Dort lief dann auch alles nach Plan: die Sicherheitsschleuse pingte wie gewohnt, der Flug hatte Verspätung (wie sich das für Heathrow gehört) und somit konnte ich dann ganz entspannt die Heimreise antreten.

Mein Fazit: Viel zu kurz, viel zu hektisch, aber trotzdem sehr sehr nett.