Montag, November 23, 2015

DAS Kleid

Tja, wie ging es weiter mit den Hochzeitsvorbereitungen?
Nachdem ich den Amtsschimmel erfolgreich überwunden hatte, ging es nun an den netten Teil der Hochzeitsvorbereitungen. Ganz oben auf der To-Do-Liste stand natürlich: DAS perfekte Kleid finden. Da es ja nur eine kleine, standesamtliche Trauung werden sollte, sollte auch das Kleid dazu passen. Kein klassisches Hochzeitskleid, sondern mehr ein Kostüm, aber schick und nicht langweilig, auf keinen Fall business-mäßig, dafür passend zu novemberlichen Temperaturen und mit langem Rock und und und...
Da es sowas natürlich nicht zu kaufen gab, musste Plan B her. Und der lautete - wen überrascht's? - selbernähen. Ein guter Plan, ein toller Plan, ein großartiger Plan und auch das gewünschte Design war schnell gefunden. Frohgemut machte ich mich also ans Werk und erstellte einen Rockschnitt, der gut saß. Und einen Westenschnitt, der leider gar nicht so gut saß. Und einen Jackenschnitt, der, na ja, so richtig gar nicht saß ... nicht mal ein bisschen...nicht mal mit Augezudrücken. Schon war ich weniger frohgemut. Und dann kam auch noch mein inneres kleines realistisches Ich um die Ecke und wies mich freundlich aber bestimmt darauf hin, dass das alles grad nicht so gut läuft und ich übrigens auch die Zeit, die ich zum Nähen des Kleides benötigen würde, eigentlich erst NACH der Hochzeit hätte. Ein kurzer Blick in den Kalender bestätigte das leider auch und dann war erst mal alles aaaaaaaahhhhhh!
Zum Glück kam dann nach einem Nähkaffeetreff die Rettung in Gestalt von Lineken daher, die erst mal mich panische Braut in spe beruhigte, sich anhörte was ich überhaupt will und sich dann meine etwas traurigen Vorbereitungen anschaute. Und dann machte sie sich ans Werk, während ich mit "wichtigen Aufgaben" betraut wurde, deren Anspruch sich an meinem vorbräutlichen nervositätsbedingten geistigen Verfall orientierte. War es zu Anfang noch ein "geh doch schon mal die Stoffe kaufen", reichte es am Ende nur noch zu "alles ist gut, das wird schon. Such doch mal ein Tüddelband für die Schnürung". Und währenddessen suchte Lineken neue Schnittmuster, steckte alte Probeteile ab, baute neue Probeteile und nähte und trennte und nähte und was soll ich sagen - es wurde alles gut und Dank ihr hatte ich zur Hochzeit dann auch DAS Kleid.

Der Kauf der Weste für meinen Holden lief dann etwas einfacher. Hier reichte ein kurzer Gang zu Herrenausstatter Policke, wo der Verkäufer sich kurz anhörte, was wir benötigen und dann zielsicher ins Regal griff und die richtige Weste in der richtigen Größe herauszog.
Und so sahen wir dann am Ende aus:




Als Fotografin hat uns an unserem Hochzeitstag Daniela Bocher von Bocher Design begleitet, die trotz Erkältung bei 4 ° C mit uns durch den Schloßpark gewandert und Böschungen hoch- und runtergeklettert ist, um uns und einfach den ganzen Tag in den besten Bildern festzuhalten.