Sonntag, Februar 21, 2016

Von Katzen und Kobolden

Ich gestehe hier mal frei heraus: ich bin kein großer Hausarbeitsfan! Was ich hingegen sehr mag, ist technischer Schnickeldi oder besser noch: nützlicher technischer Schnickeldi. Und so hat es mir - wen wunderts - der kleine Kobold-Staubsaugerrobotor von Freunden natürlich sofort angetan. Ein knuffiges kleines Ufo, das durch die Wohnung fährt und dabei auch noch saubermacht. Besser gehts doch eigentlich nicht, oder? Im Geiste sah ich mich schon auf dem Sofa sitzen, während ein kleiner technischer Helfer die Wohnung auf Vordermann bringt.
Ein letzter Punkt musste vor der Umsetzung jedoch geklärt werden: Was würden die Katzen von einem Staubsaugerroboter halten? Sicher mag jetzt der ein oder andere auf die berüchtigten Youtube-Videos verweisen, auf denen Katzen lustige Kreise auf den Dingern ziehen. Da Tabs und Pookah aber schon etwas älter und eher nervöser Natur sind und selbst der neue Ultrasilent-Staubsauer noch ein Teufelsgerät aus den Untiefen der Hölle ist und Panikanfälle verursacht (dabei ist der wirklich leise), war ich in Punkto Katzenkompatibilität eher skeptisch.

"Nehmt den Roboter doch einfach mal und schaut, wie es läuft", spricht der Freund und bringt uns den Kobold samt Basisladestation vorbei. Das Aufbauen geht dann auch ganz fix und schon am nächsten Morgen um 10.00 Uhr rollt der Kobold selbständig los und fängt putzend an, die Wohnung zu erkunden. 5 Minuten später hat er dann direkt eine neugierige kleine schwarzen Katze im Schlepptau, die das "Ding" aus 50 cm Entfernung erstmal argwöhnisch unter die Lupte nimmt. Ist es etwa ein neues Haustier? Nein! Ist es groß genug Katzen zu fressen? Nein! Kann es die Bodenebene verlassen und Katzen verfolgen? Nein! Nach dem abchecken dieser außerordentlich wichtigen Paramater wird der Neuankömmling dann schnell als katzenaufmerksamkeitsunwürdiger technischer Menschenkram abgestempelt und Tabs trollt sich wieder zu ihrem Schlafplatz.
Pookah hingegen sieht die Sache nicht so harmlos, denn wer kann schon wissen, was der Neuankömmling so kann und will und vorhat. Also wird der kleine Staubsauger die nächsten 20 Minuten von einer indignierten Tigerkatze verfolgt, die alle 2 Minuten zu mir gelaufen kommt um von den neuesten Untaten des "Dings" zu berichten. "Er ist jetzt im Arbeitszimmer. Im ARBEITSZIMMER!!! Willst du denn nichts tun?.....Jetzt rollt er in die Küche. Hast du gesehen, dass er in die Küche gerollt ist? Darf er in die Küche rollen? WO soll das denn alles hinführen?" Die helle Empörung ist ihr ins Gesicht geschrieben. Zum Glück brauch der kleine Kobold irgendwann eine Ladepause und die Gemüter beruhigen sich wieder.

Am nächsten Tag geht das ganze dann um 10.00 Uhr wieder von vorne los. Der Kobold rollt los, Pookah empört sich. Und da ich offensichtlich nicht bereit bin irgendetwas zu unternehmen, müssen jetzt die schweren Geschütze aufgefahren werden. Es wird Tabs aus dem Schlafzimmer geholt und damit beauftragt, dem Irrsinn ein Ende zu setzen. Und diese fackelt nicht lange. Nach einem kurzen Blickduell zwischen Katze und Kobold setzt sich Tabs aufreizend langsam dem Roboter in den Weg. Keine Reaktion, der Kobold rollt weiter. Tabs bleibt eisern sitzen und starrt ihn nieder. Keine Reaktion, der Kobold rollt weiter. Tabs sitzt wie ein Fels. Der Kobold rollt weiter. Und dann plötzlich: "BATZ!" scheuert die kleine schwarz Katze den kleinen Roboter eine. Dieser bleibt verdutzt stehen, dreht sich um 90 ° und fährt weg. Von der Wirkung ihrer Ohrfeige selbst ein wenig verblüfft, bleibt die kleine Katze noch kurz sitzen und geht dann siegestrunken wieder zu ihrem Schlafplatz. Das Problem ist erledigt, der Neuankömmling ist diszipliniert und wird sich von nun an an die Regeln halten.

Tja, ich schätze, jetzt müssen wir nur noch einen Staubsaugerroboter finden, der sich Tabs genausogut unterordnet, wie das Leihgerät und mein Wunschtraum kann wahr werden.